LEXIKONMaschinenbauteile
Hydraulikzylinder
Auch genannt: Arbeitszylinder, Hubzylinder, Hydraulikaktuator
Ein abgedichtetes Stahlrohr, in dem Drucköl Kolben und Kolbenstange bewegt und hydraulischen Druck in lineare Kraft umsetzt – der Mechanismus, der an einer arbeitenden Maschine jeden Arm, jedes Schild und jeden Löffel bewegt.
Was das Bauteil leistet
Öl mit 250–350 bar wirkt auf einen Kolben in einem gehonten Stahlrohr und schiebt eine hartverchromte Kolbenstange aus oder zieht sie ein, je nachdem, welcher Anschluss unter Druck steht. Die Kraft ist Druck mal Kolbenfläche, ein Kolbendurchmesser von 120 mm bei 300 bar erzeugt also rund 34 Tonnen Druckkraft. Zylinder sind der Grund, warum Hydraulikmaschinen die seilbetriebenen abgelöst haben: Sie liefern sehr große Kräfte auf kleinem Raum und halten ihre Position ohne Bremse.
Warum daraus ein Objekt wird
Ein Zylinder ist ein bearbeitetes Objekt in einer Welt aus Schweißkonstruktionen – ein präzise ausgespindeltes Rohr, eine spiegelnd polierte Stange, ein eingeschraubter Zylinderkopf, an jedem Ende ein Auge oder ein Gabelkopf. Dieser Kontrast zwischen rauem Äußeren und geschliffener Stange ist das ganze visuelle Interesse, und er überlebt die Ausmusterung, die meist auf einen Dichtungsschaden, Riefen in der Stange oder eine nach einem Stoß verbogene Stange folgt. Stangen sind über gehärtetem Stahl hartverchromt und bleiben blank; die Rohre tragen Lack, Narben und Patina der Maschine, der sie gedient haben.
