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LEXIKONDesign und Markt

Brutalismus

Auch genannt: Béton brut, Neuer Brutalismus, New Brutalism

Eine architektonische Haltung, nach der ein Bauwerk zeigen soll, wie es steht, Materialien als sie selbst erscheinen sollen und die Haustechnik nicht hinter einer dekorativen Haut verschwinden darf.

Woher das Wort kommt

Von béton brut – roher Beton –, Le Corbusiers Begriff für Oberflächen, die genau so blieben, wie die Schalung sie hinterlassen hatte. Reyner Banham gab der Bewegung 1955 ihr Manifest. Das Argument war enger und interessanter als die Bauten, die daraus hervorgingen, und nichts daran verlangt Beton: Es verlangt, dass die Konstruktion nicht verkleidet wird. Deshalb lässt es sich auf Innenräume übertragen, in denen überhaupt kein Beton vorkommt.

Das verbreitete Missverständnis

Den Brutalismus als Farbpalette zu lesen – graue Wände, Betonoptik-Putz auf Gipskarton – ergibt einen Raum, der zugleich schwer und unecht ist, denn ein Laminat in Betonoptik ist genau jene dekorative Haut, gegen die sich das Argument richtete. Die kanonischen Bauten sind außen unerbittlich und innen voller Holz, Textilien und Licht; der Kontrast war immer Teil der Methode. Der brauchbare Prüfstein ist, ob jedes Element das ist, wonach es aussieht, und eine Aufgabe erfüllt.