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Schwere Objekte planen: Bodenlasten, Aufzüge und Türbreiten

Eine schriftliche Handreichung für Architekten. Die drei Fragen, die darüber entscheiden, ob ein Objekt überhaupt in einen Raum gelangt – gestellt, bevor das Objekt gewählt wird, nicht danach.

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Schwere Objekte planen: Bodenlasten, Aufzüge und Türbreiten
Konzeptrendering – Produktionsstücke in Arbeit

01Die drei Fragen vor der Wahl des Objekts stellen

Die meisten Probleme mit schweren Objekten treten erst nach dem Kauf zutage, wenn nur noch teure Optionen bleiben. Drei Fragen klären fast alles, und alle drei lassen sich aus Plänen beantworten: Woraus besteht der Boden, wie sieht der Weg hinein aus, und wo genau wird das Objekt stehen. In der Planungsphase gestellt, kosten sie nichts. Am Liefertag gestellt, kosten sie einen Kran, eine neue Glasplatte oder ein zurückgehendes Objekt.

02Punktlast, nicht Gesamtmasse

Wohnungsdecken sind in weiten Teilen Europas auf eine gleichmäßig verteilte Nutzlast von etwa 150–200 kg/m² ausgelegt, Büros auf mehr. Diese Zahl ist ein Mittelwert über eine Decke und kein Freibrief, jede beliebige Masse an jede beliebige Stelle zu setzen. Teilen Sie die Masse des Objekts durch die gesamte Aufstandsfläche seiner Füße: Ein Objekt von 260 kg auf vier Platten von 80 × 80 mm berührt 0,0256 m² und bringt an diesen Stellen rund 10.000 kg/m² auf, während dieselbe Masse auf einer durchgehenden Platte von 1200 × 400 mm etwa 540 kg/m² aufbringt. Identisches Objekt, zwei völlig verschiedene Anforderungen an das Tragwerk.

Wir prüfen den Weg, bevor wir das Objekt anbieten. Das ist für alle günstiger.

03Decke, Balken und das Alter des Gebäudes

Eine Betondecke mit Verbundestrich nimmt eine konzentrierte Last klaglos auf. Eine Holzbalkendecke ist ein anderes Gespräch: Entscheidend ist, wo die Füße relativ zu den Balken landen und ob die Last nahe einem Auflager oder in Feldmitte sitzt. Vorkriegsbauten mit Holzbalkendecken verdienen die Einschätzung eines Tragwerksplaners statt einer Faustregel. Eine Fußbodenheizung fügt eine Einschränkung hinzu, denn die Rohrebene liegt im Estrich, und Punktlasten sollten nicht über einem Verteilerstrang stehen. Schicken Sie uns mit der Anfrage den Bodenaufbau, und wir bestätigen es, bevor irgendetwas festgelegt wird.

04Der Zugangsweg ist die eigentliche Beschränkung

Am Gewicht scheitert eine Lieferung selten, an der Geometrie schon. Halten Sie die Nenntragfähigkeit des Aufzugs fest sowie seine lichte Breite, Tiefe und Höhe, dazu die Türöffnung – alle vier, nicht nur das Typenschild der Tragfähigkeit. Messen Sie Treppen an der Wendung, nicht am Lauf: Maßgebend ist das diagonale Durchgangsmaß am Zwischenpodest und danach die lichte Höhe unter dem darüberliegenden Lauf. Notieren Sie die Türöffnungen entlang des Weges, ob sich Türblätter aushängen lassen, die Höhen der Schwellen und die Entladesituation auf Straßenniveau. Fotografien jeder Wendung sind mehr wert als jede einzelne Zahl.

05Bodenschutz und endgültige Aufstellung

Planen Sie den Weg als einen durchgehenden Pfad und schützen Sie ihn: Böden abgedeckt, Ecken gepolstert, und ein festgelegter Absetzpunkt auf halber Strecke, der die Last selbst tragen kann. An der endgültigen Position schützen Sie weiche Beläge – Eiche, Fertigparkett, Harzböden – mit einer harten Unterlage unter jedem Fuß, denn Eindrücken ist ein Versagen durch Flächenpressung und geschieht weit unterhalb jeder statischen Grenze. Kleben Sie die Aufstandsfläche mit Klebeband ab und leben Sie einen Tag lang damit, bevor geliefert wird. Schwere Stücke werden einmal gestellt; die am Tag gewählte Position ist praktisch endgültig.

Objekte in dieser Notiz

Großer Esstisch BOOM 240 aus zwei Auslegerabschnitten in einem Betoninterieur.

BOOM 240

Esstisch
HA–11
Konsole RIPPER 180 aus zwei gebogenen Aufreißerschäften in einer Galerie.

RIPPER 180

Konsolentisch
HA–09

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